Thermische Überprüfung von PV-Anlagen
Die thermische Überprüfung zeigt Fehler, die man einer Photovoltaikanlage von außen nicht ansieht — per Drohne, mit radiometrischer Wärmebildkamera, bis auf Zellebene genau.

Eine thermische Überprüfung Ihrer PV-Anlage beantwortet die Frage, die Wechselrichterdaten offen lassen: welches Modul, welche Zelle, welcher String tatsächlich Probleme macht. Ich fliege die Anlage im laufenden Betrieb mit einer radiometrischen Wärmebildkamera ab — ohne Abschaltung, ohne Gerüst und ohne dass jemand die Modulfläche betreten muss.
Defekte Zellen, Hotspots und Kontaktfehler verraten sich über Temperaturunterschiede, lange bevor der Ertrag spürbar einbricht. Genau dieses Zeitfenster nutzt die PV-Thermografie: Sie finden den Fehler, solange er ein Wartungsfall ist und noch kein Schadensfall.
Im Anschluss erhalten Sie einen strukturierten Bericht, der den Zustand Ihrer Anlage dokumentiert und jede Fundstelle verortet — als Grundlage für Reinigung, Wartung oder eine Reklamation beim Errichter. Ich arbeite von Admont aus in der ganzen Steiermark und österreichweit.
Was die Überprüfung sichtbar macht
Hotspots
Punktuelle Überhitzung einzelner Zellen – häufig die Vorstufe eines dauerhaften Modulschadens.
Defekte Bypass-Dioden
Typisches Wärmemuster über einem ganzen Modulsegment, das den Ertrag spürbar drückt.
Zellbrüche & Zellfehler
Feine Risse und inaktive Zellbereiche, die von außen nicht erkennbar sind.
Anschluss- & Stringfehler
Auffälligkeiten an Steckverbindern, Anschlussdosen und in der Strangverschaltung.
Verschmutzung & Verschattung
Flächen, die dauerhaft weniger leisten, weil sie verschmutzt oder verschattet sind.
Ertragsmindernde Muster
Systematische Auffälligkeiten über mehrere Module oder Reihen hinweg.
Wann eine Überprüfung aussagekräftig ist
Ein Wärmebild taugt nur so viel wie die Bedingungen, unter denen es entsteht. Die IEC/TS 62446-3 — die einschlägige Norm für die Outdoor-Thermografie an PV-Anlagen — beschreibt dafür klare Grenzwerte. Ich halte mich daran, weil sonst echte Defekte untergehen oder harmlose Temperaturunterschiede wie ein Schaden aussehen.
Einstrahlung ab 600 W/m²
Darunter sind die Temperaturunterschiede zu klein, um einen Defekt sicher von normaler Streuung zu trennen.
Wenig Wind
Böen kühlen die Module ungleichmäßig ab und verwischen genau die Muster, auf die es ankommt.
Stabile Bewölkung
Wechselnde Bewölkung verändert die Einstrahlung während des Flugs — die Aufnahmen sind dann untereinander nicht mehr vergleichbar.
Radiometrische Kamera
Jeder Bildpunkt trägt einen echten Temperaturwert. Nur so lässt sich eine Fundstelle beziffern statt bloß einfärben.
Genug Pixel pro Modul
Flughöhe und Blickwinkel sind so gewählt, dass eine einzelne Zelle im Bild noch sauber aufgelöst wird.
Anlage unter Last
Erst im Betrieb zeigen sich Hotspots und defekte Bypass-Dioden. Eine abgeschaltete Anlage sieht thermisch unauffällig aus.
So läuft eine thermische Überprüfung ab
Abstimmung
Wir klären Anlagengröße, Standort, Zugang und Ihre konkrete Fragestellung. Sie erhalten ein Angebot.
Befliegung
Die Anlage wird bei geeigneten Einstrahlungs- und Witterungsbedingungen systematisch überflogen — ohne Betreten der Modulfläche.
Auswertung
Die Thermogramme werden ausgewertet, Auffälligkeiten lokalisiert und nach Art und Relevanz eingeordnet.
Bericht
Sie erhalten einen strukturierten Bericht mit Übersichtsplan, Fundstellen und Empfehlung für die nächsten Schritte.
Das erhalten Sie
- Strukturierter Bericht zum Anlagenzustand als PDF
- Übersichtsplan mit verorteten Fundstellen
- Thermogramme der relevanten Auffälligkeiten
- Einordnung nach Art und Dringlichkeit
- Konkrete Empfehlung für Reinigung, Wartung oder Reklamation
Wann eine Überprüfung sinnvoll ist
- Nach der Erstinbetriebnahme als Referenzmessung
- Vor Ablauf der Gewährleistungs- oder Produktgarantiefrist
- Bei sinkenden Erträgen ohne erkennbare Ursache
- Nach Hagel, Sturm oder anderen Unwetterschäden
- Als wiederkehrende Kontrolle, üblicherweise alle zwei Jahre
- Vor Kauf oder Übernahme einer bestehenden Anlage
Was eine thermische Überprüfung kostet
Einen Pauschalpreis gibt es nicht, weil zwischen einer 30-kWp-Dachanlage und einem Freiflächenpark Welten liegen. Diese Punkte bestimmen den Aufwand — und damit den Preis, den Sie vorab als Angebot bekommen:
- Anlagengröße in kWp und Anzahl der Modulfelder
- Dach- oder Freifläche, Zugänglichkeit und Flughindernisse
- Anfahrt ab 8911 Admont
- Luftraum am Standort und ob eine Bewilligung nötig ist
- Tiefe der Auswertung — Überblick oder modulgenaue Dokumentation
Häufige Fragen
Was kostet eine thermische Überprüfung einer PV-Anlage?
Der Preis richtet sich nach Anlagengröße, Zugänglichkeit, Anfahrt und dem gewünschten Detailgrad der Auswertung. Sie bekommen vorab ein Angebot, keine Abrechnung nach Aufwand — schildern Sie mir kurz Ihre Anlage, dann kann ich das konkret beziffern.
Wie oft sollte eine PV-Anlage thermisch überprüft werden?
Üblich ist ein Abstand von etwa zwei Jahren. Dazu kommen zwei Zeitpunkte, die sich besonders lohnen: kurz nach der Inbetriebnahme als Referenzmessung und rechtzeitig vor Ablauf der Gewährleistung, solange Mängel noch reklamierbar sind.
Muss die Anlage dafür abgeschaltet werden?
Nein — im Gegenteil. Die Anlage muss in Betrieb sein, damit sich thermische Auffälligkeiten überhaupt zeigen. Für die Befliegung ist kein Betreten der Modulfläche nötig, es entsteht also auch kein Ertragsausfall.
Nach welchen Vorgaben wird geprüft?
Die einschlägige Norm für die Outdoor-Thermografie an Photovoltaikanlagen ist die IEC/TS 62446-3. Sie legt unter anderem fest, ab welcher Einstrahlung gemessen werden darf, welche Auflösung die Kamera je Modul liefern muss und wie Fundstellen einzuordnen sind.
Welche Bedingungen braucht die Befliegung?
Mindestens 600 W/m² Einstrahlung, wenig Wind und eine stabile Wetterlage — bei wechselnder Bewölkung sind die Aufnahmen untereinander nicht mehr vergleichbar. Den passenden Zeitpunkt stimme ich mit Ihnen ab und verschiebe lieber, als ein unbrauchbares Ergebnis zu liefern.
Wie lange dauert die Überprüfung?
Die Befliegung selbst ist der kürzere Teil — bei einer typischen Dachanlage sind es ein bis zwei Stunden vor Ort. Den größeren Aufwand macht die Auswertung der Thermogramme und der Bericht.
Was bringt die Drohne gegenüber einer Messung vom Boden?
Aus der Luft blicke ich senkrecht auf die Module statt schräg von unten. Das vermeidet Reflexionen, erfasst auch die hinteren Reihen und dauert bei größeren Flächen einen Bruchteil der Zeit — ohne Leiter, Gerüst oder Hubsteiger.
Ab welcher Anlagengröße lohnt sich das?
Die Befliegung rechnet sich von der größeren Dachanlage bis zum Freiflächenpark. Für kleine Anlagen sage ich Ihnen im Vorfeld offen, ob der Aufwand im Verhältnis steht.
Brauche ich für den Drohnenflug eine Bewilligung?
Um den luftfahrtrechtlichen Teil kümmere ich mich — Betreiberregistrierung, Kenntnisnachweis und, wo nötig, die Abstimmung für den jeweiligen Luftraum. Von Ihrer Seite braucht es nur die Zustimmung als Eigentümer und den Zugang zum Grundstück.
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